titel6
buttonleiste2010

 

LeseLenz-Stipendien 2010 vergeben

Milena Baisch
und
 Christoph W. Bauer
kommen
nach Hausach

Anlässlich ihrer 750-Jahr-Feier hatte die Stadt Hausach in Kooperation mit der Neumayer-Stiftung im vergangenen Jahr erstmals zwei Aufenthaltsstipendien ausgeschrieben. Zum einen in der Sparte „Lyrik oder Prosa“, zum anderen, um den Bereich „Literatur für Kinder und Jugendliche“ zu fördern. Neben dem Nachweis literarisch eigenständiger Buchpublikationen waren die Bewerberinnen und Bewerber auch gebeten worden, Ideen für Projekte in Hausach zu skizzieren und einen „literarischen Fragebogen“ zu beantworten. Der Fragebogen trug auch in diesem Jahr nicht unwesentlich zur Entscheidungsfindung bei.

Die Hausacher Stadtschreiber für das Jahr 2010 sind gewählt. Eine dreiköpfige Jury stimmte bei 81 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für Milena Baisch und Christoph W. Bauer.

Mit Milena Baisch wurde einer vielseitig kreativen Kinder- und Jugendbuchautorin eines der beiden dreimonatigen Aufenthaltsstipendien im „Molerhiisle“ zugesprochen, die mit ihrem jüngsten, bei Beltz & Gelberg veröffentlichten Buch Anton taucht ab Maßstäbe setzt und vor poetischer Lust und Freude am Erzählen sprüht. Ihre Sprache ist dabei so geistreich wie unverhofft verschmitzt. Anton, der Protagonist, strotzt geradezu vor Schlagfertigkeit, die nicht nur kontinuierlich schmunzeln und auflachen, sondern in einem fort staunen macht. Unerwarteter Humor trifft zärtliche-feine Nachdenklichkeit. Frohmut schöpft heitere Intelligenz. Einfallsreichtum schafft auf wundersame Weise poetischen Zauber.

Milena Baisch ist 1976 geboren und in Wuppertal aufgewachsen. Sie lebt heute als freie Schriftstellerin für Kinder – und Jugendliteratur in Berlin. Ihre Publikationsliste zählt mehr als 20 Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt worden sind. Seit 2000 hat sie auch mit ihren Drehbüchern sehr erfolgreiche Akzente gesetzt und wurde 2007 mit dem Förderpreis der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) für den besten Kinderfilmstoff der Akademie für Kindermedien gewürdigt.

Von welchem Kritiker würden Sie am liebsten verrissen werden, will der literarische Fragebogen unter anderem wissen. Milena Baisch sagt: „Von keinem! Verrissen zu werden, ist sehr verletzend. Wenn es unbedingt sein müsste, dann von einem dermaßen unsympathischen, inkompetenten, riechenden, manierierten, profilneurotischen Oberspießer, dass es eine Beleidigung gewesen wäre, von ihm gelobt zu werden.“

 

 

 

Christoph W. Bauer hat mit seinem 2005 in der „Edition Korrespondenzen“ publizierten Lyrikband supersonic den Ruf, einer der eigenwillig bedeutenden Stimmen der jüngeren Lyrik aus Österreich zu sein, aufs Vorzüglichste bestätigt. Der 1968 in Kärnten gebürtige Dichter ist außer mit drei beachteten Gedichtbänden im Haymon-Verlag, die sich allesamt in Zyklen oder Episoden fügen, auch mit mehreren Erzählungen und Romanen bekannt geworden. Das durchdrungene Gedächtnis und das Wissen um selbst Räume oder Mythen der Geschichte mündet auch hier immer wieder in unverzerrt heutigen Sprachbilder, die den Fluss der Zeit für fassbare Augenblicke der gedanklichen Wahrnehmung innehalten lassen. Die Wortgenauigkeit und Sensibilität in der Wahl der Motive und Sprache verweist auch in diesen Büchern auf den Lyriker, der gerade damit den Bildern und Vorstellungen, Aussagen und Dialogen unvergängliche Momente schenkt. Auf die Frage, was er von seinen Händen gelernt habe, antwortete er, als sei dann doch nichts wirklich (be)greifbar, dass man nichts auf Dauer halten könne. 

Christoph W. Bauer lebt in Innsbruck und schreibt neben Lyrik und Prosa auch Hörspiele, Essays, Libretti und Texte für Kinder und Jugendliche. Er hat diverse Anthologieprojekte herausgegeben, konzipiert den Literaturteil im Gaismair-Jahrbuch und arbeitet bei der Zeitschrift "Topic - das junge Magazin" mit. Schreibwerkstätten, und Lyrikworkshops gehören ebenso zu seinem Metier wie seine Tätigkeit als Referent an der Pädagogischen Hochschule.

Die beiden Autoren werden am Donnerstag, den 17. Juni, am Vorabend des Hausacher LeseLenzes (17. – 22. Juni 2010), mit einer kleinen Feier im Ratssaal in Hausach begrüßt, bei der die letzt jährigen Stipendiaten Barbara Bongartz und Jürgen von Bülow lesen, und sind in diesem Jahr Gäste der Hausacher Literaturtage.

Im Namen der Jury

José F.A. Oliver
(Kurator Hausacher LeseLenz)


Der Jury gehörten an

Ulrike Wörner
(Friedrich-Bödecker-Kreis in Baden- Württemberg e.V.)

Robert Renk
(Literaturfestival „Sprachsalz“, Hall i.T.)

José F.A. Oliver
(Hausacher LeseLenz)
 

link



logos